Ich kann euch nicht sagen, was ich “falsch” gemacht habe, aber in meinem Freundeskreis hat noch immer kaum jemand ein Smartphone. Die aktuelle Verbreitung dieser Geräte liegt, laut einer Studie momentan erst bei 30%.
Der Normalverbraucher steht zudem erstmal vor einer großen Hürde: er muss sich für ein Gerät entscheiden.
Wer Apple aus Überzeugung nicht mag und auch sonst von Computer nichts versteht, “straft” sich gerne mal selbst mit einem Android ab;
wer die Farbe weiß mag, kauft sich wegen des Designs vermutlich ein iPhone.
Dank der unermüdlichen Berichterstattung der Qualitätsmedien spielen auch Apples AppStore-Politik, Steve Jobs, die “generelle Angreifbarkeit jeglicher Smartphones”, das Wetter oder die gefühlte Übermacht eines Gerätes von einem bestimmten Hersteller eine Rolle bei der Kaufentscheidung. Ich unterstelle mal, dass diese dann eher emotional ausfällt.
Etwas rationaler, aber deshalb nicht automatisch sinnvoller, ist die Wahl nach dem günstigsten Preis. Verträge gelten als böse und überteuert, deshalb halten manche Smartphonekäufer es für klüger, sich für 650 oder mehr Euro ein Gerät (zB ein iPhone) ohne Vertrag zu holen und dazu einen Tarif für 20 Euro abzuschließen (die Rechnung: 650€ + 24x 20 € = 1130€). Auf zwei Jahren gesehen hat man so knapp 150€ gespart (zB: 300 + 40+24 = 1260€), kommt sich schlau vor und darf sich zudem über die schlechte Netzabdeckung des Billigproviders ärgern.
Vielleicht hat man aber auch auf so eine Internetflat verzichtet. Was ich sagen will: ein (gutes) Smartphone kostet gutes Geld und wer an der falschen Ecke spart, braucht sich eigentlich auch keines anschaffen. Eine Internetflat ist bei diesen Geräten ohnehin Pflicht.
Und ein Gerät, dass man zwei Jahre lang täglich bedienen und anschauen soll, sollte eigentlich nichts geringeres sein als das aktuellste und beste Smartphone auf dem Markt. Denn in zwei Jahren ist es ohnehin veraltet – warum sich also von Anfang ein Gerät kaufen, mit dem man sich nach einer Woche schon herumärgern muss?
Doch selbst wenn all meine Freunde jetzt plötzlich eines hätten, wüssten viele wohl erstmal gar nicht, was man damit überhaupt alles anstellen könnte – von Facebook und Angry Birds einmal abgesehen.
Denn nicht jeder, der ein Smartphone hat, fängt plötzlich an, zu twittern. Oder beginnt, seine Kontaktdaten und Kalenderdaten zu synchronisieren, sich einen Email-Account mit IMAP einzurichten oder gar Online-Banking zu nutzen.
Der Smartphone-Neuling fühlt sich vermutlich einfach dazugehörig, scheint mit diesem Smartphone auf der Höhe der Zeit angekommen und darf endlich ab sofort auch darüber jammern, vollends und dauerhaft erreichbar zu sein – per Telefon und SMS.
Und er kann sich darüber beschweren, dass dieses Gerät dafür auch noch unverschämt teuer war und das nur, weil es bspw. von Apple kommt, aber auch nicht mehr tut, als andere Geräte.
Und er schließt von sich auf andere, unterstellt ihnen die gleichen unbedarften Nutzungsmotive und versteht irgendwie diese moderne Welt noch immer nicht.
Deshalb: wenn du nicht weißt, was du mit einem Smartphone sollst, dann kauf dir besser keins. Falls du es doch tust, dann schau es dir doch mal genauer an, informiere dich, welche Anwendungsfälle es gibt und welche dir vielleicht das Leben erleichtern können. Aber tu nicht so, als könnte das Gerät das nicht.
Du musst ja nicht gleich dein komplettes Leben darauf managen, aber möglich wäre es damit. Oh: und bitte leg dir davon ein Backup an. Das können die Geräte nämlich auch.
Ein Smartphone ist eben nur so smart wie sein Besitzer.